Umzugscontainer
Container - Die 10 Gebote
Dies ist eine Liste von Dingen, welche man beachten sollte, die ursprünglich von Peter Iden erstellt wurde und von mir leicht modifiziert wurde.
Wer ein paar Dollar sparen will, kann sich nach dem billigsten Preis umsehen, aber das ist meistens nicht der billigste Weg, besonders wenn der deutsche Spediteur keine festen Geschäftsverbindungen in Kanada hat. Generell empfiehlt es sich sich an renomierte Internationale Speditionen zu halten. Und holen Sie mehrere Angebote ein und Vergleichen Sie die Preise. Vom billigsten zum teuersten Angebot war bei uns mehrere Tausend Euro Preisunterschied (bis zu 40%).
Die grösseren Firmen sind hier in Kanada weitgehend repräsentiert oder arbeiten mit lokalen Speditionen zusammen.
- Der Frachtbrief muss eine "Through Bill of Lading" sein, d.h. er muss die "door-to-door" Beförderung beinhalten. Verhandeln Sie das mit Ihrem Spediteur. Leider machen einige Leute immer wieder den Fehler, ihre Container- Sendung am Ankunfthafen in Kanada zu terminieren. Sie glauben, dass sie damit Geld sparen. Aber innerhalb der Stadtgebiete kostet die Anlieferung gut $250 (20-footer) oder $350 (40-footer). Eine Anlieferung auf 150 km kann $750 und mehr kosten, dazu heute noch eine "Fuel Surcharge" von etwa 20%.
- Private Container müssen persönlich von den Eigentümern durch den Zoll gebracht werden. Das kann und darf kein Spediteur machen, weil sich der Eigentümer dem Zoll gegenüber als solcher ausweisen muss. Unsere Spedition bat uns jedoch die Option an eine entsprechende Vollmacht zu unterschreiben, welche auch dem Spediteur erlaubte die Zollformalitäten zu erledigen. Lediglich wenn der Zoll darauf besteht den Container zu öffnen (was aber bei "normalen" Umzügen - d.h. in erster Linie Möbel und persönliche Gegenstände - eher selten der Fall ist), muss der Eigentümer anwesend sein.
- Auf jeden Fall muss eine Liste mit dem Inhalt eines Containers dem Zoll vorgewiesen werden. Darauf brauchen allerdings nicht jedes Besteck, jedes Kleidungsstück usw. separat aufgeführt werden, sondern eben nur "Kitchen- and tableware", "used clothing" usw. Wir haben dazu Aufkleber von unserer Spedition bekommen und jeden Umzugskarton mit einem numerierten Aufkleber versehen. Die Packliste zeigte dann: Box 37 - "toys for children" oder Box 38 - "clothing"
- Grössere sowie elektrische und elektronische Geräte müssen separat aufgeführt werden, zusammen mit ihrem Gebrauchtwerten (used values). Dies empfiehlt sich auch wegen der Containerversicherung. Im Zweifel die Werte etwas höher als zu niedrig ansetzen.
- Eine sehr wichtige Frage an den Spediteur ist, wie lange man Container zum Be-/Ausladen zur Verfügung hat. Das ist oft nicht länger als zwei Stunden. Für Extra-Stunden muss man je nach Lokalität etwa $50 bis $75 pro Stunde extra bezahlen. Wir hatten damals zum Beladen vereinbart, dass der Container am Freitag Nachmitag angeliefert und am Montag morgen wieder abgeholt wurde. Somit hatten wir (für 150 Euro Aufpreis) das ganze Wochenende zum Packen. Man kann evtl. selbiges auch beim Entladen in Kanada verhandeln. Es empfiehlt sich aber, dies mit der deutschen Spedition zu verhandeln und zu bezahlen, da die Speditionen hier in Kanada sonst kräftig für solche "Extrawünsche" abkassieren.
- Ebenfalls sehr wichtig ist die Frage, wo der Container während des Be-/Entladens geparkt werden kann oder darf. Besonders in Stadtgebieten könnte es nicht gestattet sein, einen Container am Strassenrand oder auf einem gemeinsamen Fahrweg ohne Genehmigung abzustellen.
- Bei der Einwanderung - also bevor der Container ankommt - muss man seine Inhalts-Liste vom Zoll abstempeln lassen (als "goods to follow").
- Auf jeden Fall sollte man niemals einen Container längere Zeit irgendwo unterstellen lassen. Die Lagergebühren (Storage) sind in den meisten Fällen sehr hoch (ich hörte von $75 - $200 pro Tag). Dazu kommen dann noch die Container-Miete (Demurrage) und andere Spesen.
- Der beste Weg - sollte noch keine Wohnung vorhanden sein - ist, sich einen der überall in Kanada vorhandenen "Self Storage Units" zu mieten (Kostenpunkt ca. $200 bis $300 pro Monat für einen Raum in welchem man einen 20 Fuss Container lagern kann), den Container dort hin bringen zu lassen und in die Storage Unit umzuladen. Einfach mal unter "Self Storage Vancouver BC" oder dergleichen googlen. Wir waren damals bei "Maple Leaf Self Storage" und waren ganz zufrieden.
- Der anliefernde Trucker ist absolut nicht verpflichtet, bei der Entladung zu helfen, aber wenn nicht genügend Leute dafür zusammen kommen, lässt ein Hunderter Wunder geschehen! Bei uns war es so, dass der Trucker den Container nur anlieferte und öffnete und dann nach den zwei Stunden mit dem Truck wieder kam und den Container wieder ansattelte.
Umzugscontainer kommen in denselben Grössen wie kommerzielle Container.
"20 feet" (6 Meter): Innenmasse 5,92m x 2,34m x 2,38m
Volumen 33,03 m3; Gewicht 1,900 kg; Kapazität 22,100 kg.
"40 feet" (12 Meter): Innenmasse 12,06m x 2,35m x 2,38m
Volumen 67,3 m3; Gewicht 3,107 kg; Kapazität 27,373 kg.
Kleinere "Container" (z.B. Seekisten) zur Verschiffung gibt es in den verschiedensten Grössen und Volumen, generell durch Spediteure zu haben und zu verschiffen.