Banken
Wie funktioniert das kanadische Bankenwesen?
Was Banken betrifft, müssen Sie ein paar Abstriche von dem machen, was Sie aus Deutschland gewohnt sind. Man kann - glaube ich - behaupten, daß kanadische Banken im Vergleich mit ihren deutschen Kollegen etwas rückständig sind. Stellen Sie sich am besten schon einmal darauf ein, den Scheck wieder als alltägliches Zahlungsmittel zu akzeptieren. Natürlich gibt es auch Kreditkarten, die Sie sogar im Supermarkt einsetzen können, aber noch haben Sie ja keine. Es wäre nichts Ungewöhnliches, wenn Sie mit der Ausstellung einer kanadischen Kreditkarte sechs Monate warten müßten - nicht daß die Banken so langsam seien, nein vorher bekommen Sie gar keine.
Im Einzelnen: Zur Beantragung benötigen Sie zunächst einmal die Social Insurance Number, die Sie nach Beantragung frühestens nach sechs Wochen zugeschickt bekommen. Weiterhin brauchen Sie eine financial history in Kanada, will heißen daß die Banken wollen, daß Sie zuerst einmal mindestens sechs Monate in Kanada gelebt haben - allen guten Bonitäten aus Deutschland zum Trotz. Also dringend die Kreditkarte aus Deutschland mitnehmen und für die erste Zeit nutzen.
Ein Bankkonto ist in Kanada schnell eingerichtet - man wird Ihnen zur Eröffnung zwar vorschlagen erst einen Termin auszumachen, aber wenn Sie nachdrücklich danach verlangen wird man Ihr Konto wahrscheinlich sofort eröffnen. Bringen Sie hierfür Ihre Ausweispapiere mit.
Bevor Sie allerdings ein Konto eröffnen sollten Sie vorher Erkundigungen über Preise und Konditionen einholen - sie unterscheiden sich teilweise gewaltig voneinander.
Zurück zum Zahlungsverkehr: Die Überweisung - so einfach wie sie auch ist - ist in Kanada nicht sehr verbreitet. Sie können allerdings eine Überweisung tätigen, wenn Sie regelmäßig Rechnungen einer bestimmten Firma begleichen müssen. Wenn Sie zum Beispiel monatlich die Telefonrechnung per Überweisung zahlen wollen, müssen Sie die Überweisung zuerst von der Bank einrichten lassen - erst dann können Sie tätig werden. Ohne vorherige Einrichtung, also mal schnell einem Nachbarn Geld überweisen ist nicht drin.
Als nächste Zahlungsmöglichkeit gilt der Scheck - er ist sehr beliebt in Kanada. Ob beim Einkaufen, im Restaurant oder zum Begleichen einer Rechnung per Post geschickt - der Scheck ist allgegenwärtig im kanadischen Zahlungsverkehr. Scheuen Sie sich also nicht, eine Rechnung per Scheck zu bezahlen und diesen per Post zu versenden.
Neben der Kreditkarte gibt es die Debit Card oder auch Interact genannt. Sie ist wohl am ehesten mit der EC Karte zu vergleichen, denn Sie können mit ihr bargeldlos bezahlen - vorausgesetzt das Geschäft akzeptiert diese Zahlungsweise.
Die Kreditkarte kann im alltäglichen Gebrauch oder auch zum Bezahlen von regelmäßigen Rechnungen genutzt werden. Sie können zum Beispiel Ihre Telefonrechnung von der Kreditkarte abbuchen lassen, dann entfällt die lästige monatliche Überweisung. Es ist wohl dem Bankeinzug gleichzusetzen. Eine weitere Form des Bankeinzugs ist der preauthorized cheque, mit dem wiederkehrende Zahlungsvorgänge vereinfacht werden können.
Auch geläufig ist die sogenannte money order, eine Art im voraus bezahlter Scheck. Sie erhalten die money order in jedem Postamt oder jeder Bank. Für eine geringe Gebühr wird er auf den gewünschten Betrag ausgestellt. Sie müssen eine money order allerdings bar bezahlen. Per Post versandt kann hiermit auch eine Rechnung bezahlt werden.
Wie Sie sehen, gibt es diverse Möglichkeiten der Zahlungsweise und Sie müssen am besten selber rausfinden, welche für Sie persönlich die Beste ist.
Line of Credit
Eine Art von Kredit, welcher explizit beantragt werden muss und deren Höhe von diversen Faktoren wie Credit History und Einkommen abhängig ist. Das entspricht also in etwa dem Überziehungsrahmen beim Konto in Deutschland, nur dass der Zinssatz wesentlich günstiger ist.
Überziehungsrahmen (Overdraft Protection)
Dem deutschen Kontokorrent-Kredit (Überziehungsrahmen beim Konto), kommt die Overdraft Protection am nächsten. Man bekommt also von der Bank einen Überziehungsrahmen eingeräumt, welchen man im Notfall in Anspruch nehmen kann. Die meisten Banken verlangen für das Bereitstellen bereits eine monatliche Gebühr, auch wenn das Konto nie überzogen wird. Wird das Konto dann tatsächlich überzogen werden heftige Zinsen (genau wie in Deutschland) fällig.