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Autokauf

Was muß ich beim Autokauf in Kanada beachten?

Sie werden nicht drum herum kommen sehr schnell ein Auto in Kanada zu kaufen, denn schließlich müssen Sie ja beweglich sein. Autos gibt es wie Sand am Meer - gute wie schlechte. Entweder Sie steuern einen der zahlreichen Autohändler an den Ausfallstrassen an oder sie besorgen sich eine Zeitung wie "Autotrader" oder "Buy and Sell". Oft stehen die Autos auch am Straßenrand mit dem typischen roten "For Sale" Schild im Fenster. Auch liegen in einigen Supermärkten Zeitungen über Gebrauchtwagen aus. Wir haben die Erfahrung gemacht, das gute gebrauchte "Kleinwagen" relativ teuer sind.

Viele der angebotenen Automarken werden Neuland für Sie sein, da hier zumeist für uns unbekannte US Fabrikate gefahren werden. Vereinzelt werden Sie auch bekannte Modelle entdecken, die dann zumeist recht teuer - und im Reparaturfall noch viel teuerer - sind.

Wenn Sie ein Auto beim Händler entdeckt haben, was Ihnen gefällt können Sie es ohne Probleme probefahren. Oft wird noch nicht einmal ein Führerschein verlangt. Man wird Ihnen einfach ein paar provisorische Nummernschilder anbringen und schon kann die Probefahrt losgehen.

Wenn Sie ernsthaftes Interesse an dem Wagen haben, empfiehlt es sich diesen von einem "mechanic" durchchecken zu lassen. Es gibt viele kleine Werkstätten, die ein Auto für hundert Dollar durchchecken. Dieses Geld ist gut angelegt, denn es kann Sie von einem Fehlkauf abhalten. Die Autohändler haben in der Regel nichts dagegen einzuwenden wenn man sie danach fragt - sollte er dennoch etwas dagegen haben, würde ich den Wagen unter keinen Umständen kaufen. Der Kauf geschieht meist "wie gesehen", d.h. ohne jegliche Gewährleistung. Gegen Aufpreis läßt sich allerdings bei den meisten Händlern das Antriebssystem versichern.

Es gibt wohl die theoretische Möglichkeit, den Wagen bei groben Mängeln innerhalb der ersten Tage nach Kauf zurückzugeben, aber ich würde mich nicht darauf verlassen. Dies gilt auch nur bei Autos, die bei einem Händler gekauft wurden.

Bedenken Sie bitte auch, daß in der Regel auf den angegebenen Preis noch Steuern kommen - also nochmals etwa 15% mehr. Dies gilt auch für Gebrauchtwagen! Fragen Sie am besten nach dem Preis, den Sie letztlich bezahlen müssen, inklusive allem.

Autoversicherung

Wenn Sie dann einen Wagen erstanden haben, müssen Sie ihn erst einmal versichern, ehe Sie losfahren können. Hierzu gehen Sie einfach in eines der vielen Versicherungsbüros - es sollte "Autoplan" angeschlagen stehen - und versichern Ihr Auto. Versicherungsbüros gibt es in nahezu jeder Mall, oft lassen die Autohändler auch einen Versicherungsmakler kommen und Sie können alles vor Ort machen. Nehmen Sie hierzu alle Papiere, die Sie beim Autokauf erhalten haben mit. Wenn Sie ein Bestätigungsschreiben Ihrer deutschen Versicherung dabei haben, in dem Ihre Versicherungsjahre bestätigt sind, werden Sie direkt in eine niedrigere Schadensstufe eingeteilt und können dadurch jede Menge Geld sparen!

Sie werden bei Vertragsabschluß nach dem Verwendungszweck gefragt, d.h. ob Sie es nur zum Vergnügen (pleasure), beruflich (work) oder für geschäftliche Zwecke (business) nutzen wollen. Ausserdem spielt natürlich eine Rolle welches Auto es ist (wie neu und wie teuer), die Zahl der unfallfreien Jahre und dementsprechend wird Ihre Rate festgelegt. Die Versicherung ist maximal für ein Jahr gültig und muß dann erneuert werden. Bei der Versicherung bekommen Sie die Nummernschilder ausgehändigt. Sie müssen diese nur noch anbringen und schon kann es losgehen.

Wenn Sie Ihren Wagen irgendwann einmal verkaufen sollten und innerhalb von zehn Tagen einen Neuen finden, können Sie direkt mit den alten Nummernschildern fahren. Natürlich müssen Sie dennoch bei der Versicherung vorbeifahren und den Wagen ummelden, aber mit den alten Schildern haben Sie dennoch direkt Versicherungsschutz.

In BC gibt es nur eine staatliche Versicherung (ICBC), während es in anderen Provinzen - wie auch in Deutschland - mehrere davon gibt. Es empfiehlt sich also mehrere Angebote einzuholen, denn die Preise variieren sehr. Und immer darauf pochen, dass die schadensfreien Jahre aus Deutschland anerkannt werden. Das liegt meist im Ermessen des Versicherungsvertreters, also ruhig etwas hartnäckig sein!

Der kanadische Führerschein

Wir empfehlen so schnell als möglich den kanadischen Führerschein zu erwerben, da dieser nicht nur zum Fahren benötigt wird, sondern auch als ID (also als amtlicher Ausweis) andauern gebraucht wird. Der Führerschein erfüllt also auch die Funktion des Personalausweises in Deutschland. Die Frist zum Erwerb des kanadischen Führerscheins ist in den meisten Provinzen 90 Tage.

BC hat ein Programm mit Deutschland, österreich und der Schweiz angeschlossen, welches es erlaubt den Autoführerschein (ehemals Klasse 3) ohne Prüfung in einen Class 5 (PKW) Führerschein umzutauschen. Das gilt aber nicht für Motorrad- oder LKW-Führerschein.

In Alberta wird es z.B. leicht anderes gehandhabt: hier wird z.B. teilweise der deutsche + internationale Führerschein verlangt und evtl. noch ein Auszug aus dem Führerscheinregister (Kraftfahrtbundesamt). Denn darin wird genau benannt, wann man welchen Führerschein gemacht hat. Dieses kann beim Kraftfahrtbundesamt gleich in englisch angefordert werden.

Es gibt hier natürlich auch das äquivalent zum ADAC: hier heisst er CAA (bzw. BCAA in BC und Alberta Motor Association - AMA usw.). Die Leistungen entsprechen etwa dem des deutschen ADAC. Da ich ein notorischer "Schlüssel im Auto Einsperrer" bin, hat sich unsere Mitgliedschaft noch jedes Jahr ausgezahlt... ;)

Auch noch beachten sollte man, dass die Bußgelder hier wesentlich höher sind als Sie es vielleicht aus Deutschland gewöhnt sind. Ein paar Beispiele (kann sich aber mittlerweile wieder etwas geändert haben):

Nicht angeschnallt: 115$

zu schnelles fahren(16km/h drüber): 103$

Nicht stoppen an Stopschild: 287$

Kinder unter 18kg nicht ordnungsgemäß in Kindersitz: 115$

Kindersitz nicht ordnungsgemäß eingebaut: 115$

Nicht anhalten, wenn Fußgänger auf Fußgängerübergang: 575$